Kreativitätstechniken – So bringst du deine Gedanken aufs Papier Teil 2

Immer noch nichts aufs Papier gebracht? Es wird Zeit, deinen Allerwertesten zu heben! In Teil 2 der Reihe „Kreativitätstechniken – So bringst du deine Gedanken aufs Papier“ zeig ich dir, wie du dich abseits des Schreibens zum Schreiben bringst.

Um deinem Gehrin Feuer unterm Hintern zu machen, gibt es drei Möglichkeiten, die du nutzen solltest: Kreativitätstechniken (Teil 1!), aktive und passive Vorgehensweisen.

Bei aktiven Maßnahmen geht es, wie der Begriff schon verrät, ums tun. Weg vom Gerät, weg vom gewohnten Umfeld, weg vom Alltäglichen.

Rausgehen

Simple as that. PC, Schreibmaschine, Handy, Telegraf und Zauberstab weg. Raus aus dem Büro, dem Haus, der Wohnung und los geht’s.

Alles was du jeden Tag machst, sollte vermieden werden. Triff Menschen. Mehr Inspiration, als von anderen Personen, kannst du dir nicht wünschen. Denn:

Jeder Mensch weiß etwas, das du nicht weißt!

Ob Freund oder Feind ist dabei egal. Bestenfalls sprichst du mit dir komplett Fremden. Wer weiß, was für ein Funke deine grauen Zellen entfacht.

Keinen Freund zur Hand und zu schüchtern, jemanden anzusprechen? Es gibt auch andere Möglichkeiten. Mein Oberstübchen rattert am besten, wenn ich Sport mache. Sei es Laufen, Fitnesscenter oder Quidditch.

Arbeitsplatz wechseln

Kreativitätstechnik - Arbeitsplatz
Die meisten Personen arbeiten von ein und demselben Arbeitsplatz. Tagein, tagaus. Egal ob Büro oder Eigenheim – wechsle dein Umfeld.

Wenn ich viel schreibe, arbeite ich nie einen ganzen Tag vom selben Ort aus. Zum Beispiel heute: Zuhause, Café, Dachboden. Und der Tag geht noch lange nicht dem Ende zu.

Sprich laut und hör‘ dir zu

Klingt seltsam, ist aber so. Wenn du anstehst und dir ein Gedanke im Gehirn stecken bleibt, wirkt diese Methode Wunder. Warum sollte das funktionieren? Relativ einfach und logisch. In einem Gespräch mit deinem besten Kumpel oder deiner besten Freundin flutschen die Worte doch auch wie geschmiert. Selbiges gilt für die Konversation mit dir selbst.

Mit sich selbst sprechen korrigiert auch deine Texte. Journalisten, Autoren und Texter nutzen diese Vorgehensweise, um Texte dem Leser näher zu bringen – als würde jemand mit dir sprechen.

„Schreibe nur, wie du reden würdest, und so wirst du einen guten Brief schreiben.“
Johann Wolfgang von Goethe

Recherche & Lesen

Ein heikles Thema. Denn oft verzettelt man sich in der Recherche und zögert hinaus. Recherche ist wichtig. So eignest du dir das notwendige Wissen an, um fundiert zu schreiben. Vermeide jedoch überflüssige Recherche. Versuch lieber, los zu starten. Während des Schreibens merkst du ohnehin, ob dir noch Input fehlt.

Steckst du fest? Probier mal Texte gleichen Inhalts, gleicher Schreibweise und, bestenfalls, gleicher Länge zu lesen. So stellst du dich und deinen Denkapparat auf das ein, was kommt. Aber Achtung: „falsche“ Texte zu lesen, wirft einen schnell aus der Bahn. Mich hatte eben das Zitat von Goethe zehn Minuten lang in lyrisches Schreiben versetzt. Das kann man hier wirklich nicht brauchen.

 

Schreibblockaden vorbeugen

Kreativitätstechnik - Vorbeugen

Optimalerweise kommt es gar nicht zur Schreibblockade. Denn du kennst jeden Trick, um das verhindert zu wissen.

Das richtige Umfeld

Jeder Mensch tickt anders. Und noch mal anders sind Schreiber. Den Arbeitsplatzwechsel haben wir zuvor schon besprochen. Nicht nur der Wechsel, aber auch das „wie“ des Arbeitsortes spielt eine Rolle. Und zwar „Wie ist er gestaltet?“. Es soll Personen geben, die von überall und mit jeder Umgebung arbeiten können. Ich kann das nicht.

Je nach Text beflügeln verschiedene Umstände. Vielerlei Orte kann man sich aussuchen und richtig wählen.

Ein bekannter Journalist (Name darf nicht genannt werden) führte ein Interview mit einem Konzern-Geschäftsführer der Metallbranche. Dabei vermied er es, das Gespräch in dessen Büro abzuhalten. Das hätte zu einer langweiligen „Befragung“ geführt. Stattdessen traf er sich mit ihm in der Fabrik neben den Maschinen.

Überleg dir, was dich inspiriert und welche Umgebung zu deinem Thema passen könnte. Mich reizen Höhen und Ausblicke, wie Skybars und Almen. Probier’s mal aus.

Störfaktoren raus

Das geilste Gefühl der Welt: der Flow-Zustand. Mitten in der Welt deiner Gedanken und sie prasseln aufs Papier. RING-RING – Telefon. Und aus.

Wenn du schreibst, dann schreibst du. Wirf alles raus und schalt alles aus, das dir in die Quere kommen könnte. Deine Katze, dein Telefon, deine zu lauten Gasleitungen.

Es gibt eine Zeit zum Lesen und es gibt eine Zeit zum Schreiben

Schaff dir deine Zeit zum Schreiben. Selbst wenn du Berufes wegen schreibst, sind keine 100% reines Schreiben. Deshalb nimm dir explizit die Zeit heraus und schreib in dieser Zeitspanne ohne Umschweife.

Irgendwann wird das zur Routine und dein gesamter Körper wartet nur darauf, in die Tasten zu hauen. Wenn du dafür Informationen oder Vorbereitung benötigst, nimm dir auch dafür Zeit. Aber während deiner Schreibzeit, ist Schreibzeit.

Schreibstopp & Textwechsel

Du ratterst auf deiner Schreibmaschine Zeile um Zeile herunter und plötzlich kommt nichts mehr. Dein Gehirn blockiert. Schon hast du ein probates Mittel gegen Schreibblockaden ignoriert.

Ernest Hemingway
 „The best way is always to stop when you are going good and when you know what will happen next. If you do that every day when you are writing a novel you will never be stuck.”
Ernest Hemingway

Auf Deutsch: Am Besten hörst du zu schreiben auf, wenn alles gut läuft und du weißt, wie es weiter geht. Machst du das jeden Tag , wenn du einen Roman schreibst, wirst du nie stecken bleiben.

Wenn du super drin bist und in deinem Schreibfluss dein Dokument überflutest, musst du trotzdem ein Ende finden. Dieser Stopp sollte niemals das Ende deiner Gedanken sein. Sobald du nicht mehr weiter weißt, hast du das Problem auch noch am nächsten und übernächsten Tag. Deshalb hör lieber vorzeitig auf.

Dein Schreibflow bedeutet dir gerade zu viel? Dann wechsle den Text. Lass die Ideen woanders weiter sprudeln. Den Text zu wechseln unterstützt dich auch bei Schreibblockaden. Bist du bei einem Text am Limit, schreib an einem anderen weiter.

Schreibjournal/-tagebuch

Gedanken streifen ohne Unterbrechung durch deinen Kopf – ob du es willst oder nicht! Es ist ein Verbrechen, sie nicht festzuhalten.

Wer kein Schreibjournal nutzt, ist selber schuld. Eines liegt neben dem Bett, ein zweites immer am Schreibtisch. Nenn mir einen Grund, weshalb du keines hast.

Im Schreibtagebuch notierst du alles, was irgendwie relevant sein könnte. Die Art und Weise und Form wählst du selbst. Von der Geschichtsidee bis zu neuen Schreibstilen darf alles rein.

Kaum eine Methode überrascht mehr. Blätter mal nach einigen Monaten durch dein Journal und lass dich inspirieren. Die eine oder andere Idee hast du vermutlich schon wieder vergessen. Ohne dein Tagebuch wäre sie nie wieder zu dir zurückgekommen.

Es gibt etliche Vorgehensweisen und Methoden – sei es noch so skurril und abwegig. Wie gehst du vor, wenn du in der Luft hängst? Teil‘ deine Techniken – mehr Input für alle!

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